Digitale Souveränität: Folge 1: Die Datensparsamkeit!

So heute starten wir mal mit unserem kleinen Kurs

Digitale Souveränität

Wie alle wissen, hat sich die Welt verändert. Die Digitale Revolution ist seit Jahren im Gange, unaufhaltsam, in alle Lebensbereiche vordringend! Nun kann Frau oder auch Mann sich der “Analog Guerilla” anschließen und ohne technisches Gerät seine Zukunft gestalten, man kann in den Wald ziehen oder sich anderweitig aus der Gesellschaft entziehen. Das geht für Manche – klingt gut! Hat aber mit der Lebensrealität der Meisten wenig bis gar nichts zu tun!

Ich selber beschäftige mich seit vielen Jahren mit der Selbstermächtigung durch Internet und Vernetzung (hab in den 90igern sogar Medientechnik studiert) – neben den Vorteilen des Netzwerkens und der Unabhängigkeit von großen Konzernen und Vereinigungen (z.B. mp3 und die Schwächung der Mayorlabels) gibt es auch den gegenteiligen Trend – die völlige Hingabe an Google,Apple und Co. Jedem der mit “Fressen,Scheißen, Alte(n) knallen” zufrieden ist kann jetzt aufhören zu lesen. Wer selbstbestimmt im Leben sein will , sollte umdenken, wenn das nicht schon längst geschehen ist. Es ist kein “Nerd” Thema, es geht alle an, die das Internet nutzen oder damit arbeiten!!!

Und darum soll es in diesem Kurs gehen: Die Digitale Selbstbestimmung!

Bevor wir in den nächsten Folgen auf meine Lieblingsthemen “Open Source Programme” und “Verschlüsselung” kommen, heute erst mal ein Thema was jeder verinnerlichen sollte (und was auch unabhängig von eurem Betriebssystem und dem Endgerät mit dem ihr ins Netz geht unheimlich wichtig ist) – die Datensparsamkeit!

Datensparsamkeit bedeutet -logisch – je weniger Daten von mir ins Netz gelangen um so weniger Daten können ausgewertet werden. Klingt erst mal einfach. Was tippt man denn schon groß ein? Mal die Adresse bei einer Onlinebestellung, vielleicht mal eine Online-Pedition für/gegen XY , ein Kommentar auf der Lieblings-Nachrichtenseite. Das war es doch… oder?

So einfach ist es leider nicht. Jeder muss sich klar machen: Jedes Gerät, welches ihr mit dem Internet, verbindet ist auslesbar (es sei den ihr verschlüsselt konsequent) jede Datei auf eurem Laptop, jede E-mail, jeder Chat mit Smartphone oder Tablet ist potenziell öffentlich! Das muss nicht sein – wahrscheinlich hat die Daten auf eurer Festplatte noch nie jemand anderes gesehen – aber es ist möglich! Der Sinn von “Datensparsamkeit” ist es, es gar nicht erst möglich zu machen. Das heißt z.B. konsequent zu trennen. Wichtige und auch unwichtige Dokumente NICHT auf dem Gerät “zu lagern” mit dem ihr online geht. E-mails und Chats konsequent über sichere Verbindungen zu schicken (dazu mehr in einer nächsten Folge von ” Digitale Souveränität”)

Wenn man das zu Ende denkt ist , zumindestens im Moment, das Nutzen von Smartphones und Tablets nicht zu empfehlen. Egal ob Apple oder Google/Android. ALLE eure Daten werden so frei und offen zugänglich, ein inakzeptabler Vorgang und glaubt mir: was gemacht werden kann wird auch gemacht. Also sollte man sich immer klar machen: alles was unverschlüsselt (und beim smartphone/tablet ist das ALLES) übers Netz geht oder auf eurem Gerät gespeichert ist, kann ausgelesen werden und wird ausgelesen – Liebesschwüre, politische Diskussionen, Verabredung zur Drogenparty … alles, einfach ALLES!

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Nutzen von Suchmaschinen. Das sog. “googlen”. Nun sag ja schon der Volksmund wem ich da meine Daten sende .. richtig Google und Google speichert. Auch wenn ihr ja nicht euren Namen hinter die Suchanfrage tippt, ihr seid eindeutig identifizierbar (wie das (nahezu) zu vermeiden ist, ist Thema einer weiteren Folge). Das heißt Google weiß eher, daß ihr schwanger seid als die Mutti, weiß eher, daß ihr Tripper habt als euer Arzt und weiß eher, daß ihr euch, den unter dem Südpol lebenden, Nazis anschließen wollt als der Verfassungsschutz.. Aber das muss nicht sein. Es gibt hier Alternativen: das benutzen von verschiedenen Suchanbietern ist eine Lösung, so müssen die Daten, die ihr hinterlasst, zu mindestens erst mal verknüpft werden.

Zum anderen gibt es auch Anbieter die für euch bei Google und Co. anfragen und eure Daten (angeblich) nicht übertragen die bekanntesten sind www.ixquick.com und DuckDuckGo – sehr zu empfehlen ist, meiner Meinung nach, das auf ixquick basierende startpage ! Probiert es mal aus .. wenn euch die Suchergebnisse nicht reichen, könnt ihr es ja immer noch bei Google versuchen aber zumindestens geht nicht mehr alles zum Überwacher .. wieder was gewonnen.

So! Soviel für heute! Wenn ihr wollt schreibt mir eine Mail riot  Ⓐ undead-chemnitz . de hier ist mein PGP Key !