Liebe Freunde! Liebe Feinde!

Ich komm mit dem Kapitalismus nicht klar. Weiß nicht ob man das als Musiker/Künstler müssen sollte. In der Realität muss man es auf jeden Fall! Ich hab meine Ideen leider nie geschützt, meine Arbeit nie wirklich “verwertet” … das haben andere getan. Selbst drann schuld, was soll man sagen…?!

Auf jeden Fall brauch man in dieser Welt Geld und deshalb werde ich meine Bilder verkaufen. Wird mir schwer fallen aber eigentlich sind sie ja dafür da. Also wer wirklich gern eines will … riot (Æ) undead-chemnitz.de. Hier eine Auswahl!

und viele mehr…

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Nun auch schon ganz schön lang her, meine erste Ausstellung

Modernes Medium ohne Pixel

Die Ausstellung in der Galerie grounded nennt sich schlicht “Bilder”. Dies erscheint zunächst einfallslos, bei näherem Hinsehen erkennt man aber programmatische Absichten. Die Floskel der Bilderflut, welche aus den Medien über uns schwappt, kann man kaum noch hören. Dennoch ist es Tatsache, dass aus dieser gleichermaßen unendlich erscheinenden wie auch sorgfältig ideologisch gefilterten Fülle der Medienbilder einige wenige sich im kollektiven Gedächtnis festbrennen.

A. E. Freier ist nicht der erste und einzige Künstler, der sich dieser Klischees bedient. Doch er hat eine eigene Sprache entwickelt. Diese scheint einfach zu sein. Mit simpler Plakatfarbe tupft er die Vorlagen vergrößert und vergröbert auf Papier. Meist ist es nur der schwarze Farbtopf, in den er den Pinsel taucht, selten kommen andere Töne hinzu. Manchmal muss man etwas genauer hinsehen, um zu erkennen, was da dargestellt ist – so beim Papst, der sich die Kappe auf dem Kopf zurecht rückt.

Freier ästhetisiert die Zeitungsfotos. GSG 9, das zerstörte Dresden, Stalingrad, Bagdad. Es sind vorwiegend Themen des Krieges und Terrors, die er wählt. Durch die vereinfachende pointillistische Malweise wirken sie aber schön. Das kann man als Verharmlosung des Schreckens deuten. Ein vermutlich beabsichtigter Nebeneffekt ist allerdings, dass man sich der Inhalte in dieser Verhübschung bewusster wird als beim Anblick der alltäglichen “normalen” Zeitungs- und TV-Bilder.

Ein Bild passt dann jedoch nicht in das Schema, den Betrachter ohne vorgegebene Aussage allein zu lassen. “Stellvertreter” nennt es sich. Dabei muss man an Rolf Hochhuths unterdessen uraltes Bühnenstück denken, in dem er die Kungelei des Vatikans mit den Nazis entblößte. Auf der Zeichnung ist der Papst aber wie bei einer fiktiven Pressekonferenz anlässlich eines Gipfeltreffens mit einem jüdischen Rabbi und einem islamischen Mullah zu sehen. Drei Stellvertreter des einen Gottes, den man für nichts persönlich verantwortlich machen kann, in trauter Runde. Nun kann man A. E. Freier dafür kritisieren, dass er einen Stilbruch begeht, indem er die Linie der emotions- und wertungsfernen Wiedergabe verlässt. Vielleicht sollte er aber gerade in diese Richtung weiterarbeiten, um nicht in beliebige Serieneffekte zu verfallen.

Autor: Jens Kassner Stadtstreicher Stadtmagazin

Die unabhängige Provokation!

Schon uralt aber eigentlich ein schöner Text!

Die unabhängige Provokation

A.E. Freier ist unter dem Namen Reverend Elvis im Auftrag der hiesigen Rock´n´Roll – Undergroundszene unterwegs. Er unterstützt alternative Projekte und lehnt als Künstler, Musiker und DJ bewusst kommerzielle Interessen ab. Mit seinen Bildern will er provozieren und zum Nachdenken anregen.

Am Anfang war das Foto in der Zeitung. Es fiel auf, hatte etwas, das A.E. Freier emotional bewegte. Er tupfte dessen Abbild, aufgeteilt in tausende kleine Punkte, auf eine Holzplatte. Als das Bild fertig war, ließ dieses sich nur noch aus ein paar Metern Entfernung erkennen. Es handelte sich in diesem Fall um eine Polizeistaffel auf Motorrädern. Es hätte aber genauso der Papst, ein Massengrab oder eine Menschenschlange im Mediamarkt sein können. Es sind besonders Massenbewegungen, Krieg und Persönlichkeiten, die A.E. Freier interessieren. Diese reißt er aus dem ursprünglichen Zusammenhang und gibt ihnen eine neue, symbolische Bedeutung.
„Es ist wichtig Handwerk von Kunst zu unterscheiden. Einfach irgendetwas abzumalen ist noch keine Kunst. Deshalb stelle ich die Bilder, die ich einfach nur aus Freude am Malen gemacht habe, nicht aus.“ In diesem Zitat klingt schon der idealistische Anspruch des 31-Jährigen an. Die Bilder sollen an vergangene Verbrechen erinnern oder auch auf Missstände in der heutigen Zeit aufmerksam machen. Hauptsache aufrütteln.
Allerdings, so muss schnell hinzugefügt werden, würde A.E. Freier sich niemals nach irgendeinem Publikum richten. „Wenn ich male, ist das eher eine persönliche Sache. Erst später gehe ich damit in die Öffentlichkeit.“ Diese Öffentlichkeit sucht er sich genau aus. Mit dem kommerziellen Kunstmarkt kann er genauso wenig anfangen, wie zum Beispiel mit einer Großraumdisko. „Gerade eben gibt es ja einen Ansturm auf Rock´n´Roll. Wenn ich da auflegen würde, könnte ich auch so einiges verdienen. Aber ich will unabhängig bleiben und will lieber kleine, alternative Projekte unterstützen.“
Mit ein paar Freunden gründete er vor vier Jahren die Künstlergruppe Undead Chemnitz. Seitdem stellen sie zusammen ihrer Bilder aus und machen Musik. Unter dem Label Suzy Q Records ist letztes Jahr die hauseigene CD erschienen, auf der eine skurrile Mischung aus Blues, Rock´n´Roll und Country zu finden ist.
Insgesamt, so kann man vielleicht sagen, ist bei A.E. Freier die Kunst, in welcher Form auch immer, ein Resultat seines Lebens. Unangepasst, frei und provokant.

A.E. Freier gibt´s zu sehen:
Am 30.09. Cube Club, 371 Clubshow Eröffnung
Ab 01.10. KnarkArt Dresden, Torgauerstr. 24
Und unter: www.undead-chemnitz.de

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