09.09.2017 Reverend Elvis Goes Art – Kunstsammlungen Chemnitz

Opening for ” Jan Kummer – OHNMACHT & EKSTASE Werkschau”

Jan Kummer, „Vogelpriester“, 2015, Eglomisierung, 65,5×88 cm

Jan Kummer, 1965 geboren in Weimar, übte von 1981 bis 1991 verschiedene Tätigkeiten beim Fernsehen der DDR und in der Stadthalle Chemnitz aus. Bereits seit 1981 beschäftigte er sich intensiv mit Malerei, Grafik und Musik. Von 1984 bis 1992 war er Mitglied des Avantgarde-Künstlerkollektivs AG Geige, das ihn auch über die Grenzen der damaligen DDR hinweg einem breiten Publikum bekannt machte. Jan Kummer lebt und arbeitet in Chemnitz.

Grundsätzlich ironisch ist Kummers Umgang mit Stoff und Gestalt, wobei sein ironischer Blick ganz selbstverständlich scheint. In seinen Arbeiten kehren die sechziger und frühen siebziger Jahre als Kindertraum aus der DDR-Provinz wieder. Das die Zeit seiner Kindheit und Jugend als sozialisierende Kraft nach wie vor unerschöpfliche Quelle für sein kreatives Schaffen ist, eint ihn mit vielen anderen Künstlern. Die Figuren auf Kummers Bildern spiegeln das Allzumenschliche: Gier, Gefallsucht, Einfalt, Bigotterie, List, Überforderung von den Umständen usw. So liebevoll aber Kummer kleinste Details seiner Figuren im Bild bedenkt, ist es, als versuche er sie dadurch mit der Welt zu versöhnen. Damit – nicht nur mit ihrem Retro-Schick oder Trash-Faktor – greifen sie in die Gegenwart.

Die kleinen ländlichen Manufakturen Anfang des 20. Jahrhunderts, die sich der Eglomisierung bedienten, um der einfachen, mitunter dem Lesen und Schreiben unkundigen Bevölkerung die biblische Geschichte zu erzählen sind Kummer nah, erzählt doch auch er seine Geschichte der Zeit mit Bildern, die einem Wörterbuch gleichen, um in unserer übervisualisierten Welt zu lesen.

Karl-Marx-Stadt subversiv! 1986 DDR von Unten!

aggeigehttp://www.startnext.de/aggeigedvd

Frank Bretschneider, Torsten Eckhardt (bis 1989, von Olaf Bender ersetzt), Jan und Ina Kummer gründeten AG. Geige als experimentelles Kunstprojekt. Das „AG“ steht für „Arbeitsgemeinschaft“.[1] Die Band spielte von elektronischen Elementen geprägte Musik mit Einflüssen von den Residents bis hin zu Einflüssen aus der Industrial-Szene mit dadaistischen Texten und verstand sich als multimedial. Auf ihren Konzerten integrierten sie Videos und Grafiken und traten mit phantastischen Kostümen auf.[2]

Unmittelbar vor den Ereignissen 1989/90 konnte sich AG. Geige über Nischen der Jugendkultur, z.B. dem Sender DT64 ein erstes Publikum erspielen, litt zu dieser Zeit aber auch unter den begrenzten Möglichkeiten in der DDR besonders hinsichtlich der Beschaffung von Ausrüstung. Nach 1989/90 trat die Band in ganz Deutschland (u.a. auf der Popkomm) und auch in der Schweiz auf. Das größte Konzert fand 1991 im Rahmen des dritten internationalen Artrock-Festivals in Frankfurt am Main statt. Zu diesem Zeitpunkt fand AG. Geige auch Beachtung in diversen Szenezeitschriften wie z.B. der Zillo. Die Chemnitzer Tageszeitung Freie Presse bezeichnete sie zu dieser Zeit bereits als die bekannteste Band der Stadt.

AG. Geige – Wikipedia.